Wandern mit Kindern: Heute Wildkirchli

Es soll ja Kinder geben, die gerne wandern – hab ich gehört – von anderen Eltern… Leider gehören unsere drei nicht dazu. Bislang konnte sie gar nichts zum wandern motivieren. Bis wir im vergangenen Sommer, es war ein wirklich grusiger Regentag – beschlossen, ins Appenzell zu fahren – nach Wasserauen – hoch zum Wildkirchli. Ein guter Freund hatte davon erzählt und es hörte sich für mich einfach sehr spannend an: Spektakuläre Aussicht über das Appenzellerland und eine relativ kurze, einfache Wanderung, also auch mit kleinen Kindern machbar. Auf ging es!

Die Freude bei den Kindern war natürlich „riesengross“… aber ich versuchte mit Volksliedern wie „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Das Wandern ist des Müllers Lust“ für bessere Stimmung zu sorgen – erntete jedoch nur böse Blicke (12 jähriger Sohn) oder dumme Kommentare, wie „Mama, du kannst ja gar nicht singen“ (7 jähriger Sohn) – einzig der 5 jährige war gut drauf. Egal. Die Fahrt verging so wie im Flug und wir parkten in Wasserauen, um von dort direkt auf die Ebenalp zu fahren. Hinein ging es in die Luftseilbahn – und ich muss sagen, die Fahrt ist schon ein wenig abenteuerlich, denn wir hatten das Gefühl nun direkt in die Felswand zu fahren – was natürlich nicht passierte – aber die Stimmung war nun sehr aufgeregt und gespannt.

Nach der 6 minütigen Fahrt spazierten wir los – um bei Nieselregen und dicken Wolken und keiner guten Sicht über die Appenzeller Berge – unsere kleine Wanderung zu starten. Der Weg ist gut gesichert und auch mit einem geländegängigen Kinderwagen könnte man diese Tour gehen. Da wir keine Lauflernhilfen mehr für unsere Kinder brauchen – erreichten wir nach circa 10 Minuten die mystischen Wildkirchlihöhlen. In diesen wurden vor über 100 Jahren prähistorische Steinwerkzeuge und Überreste von Höhlenbären gefunden, die erstmals den Beweis erbrachten, dass der Alpenraum schon vor über eine Million Jahren von Menschen bewohnt war. Besonders bei Regenwetter, wie wir es hatten, wirken die Wildkirchlihöhlen besonders geheimnisvoll: Wasser tropft von der Felswänden, das Licht ist nebelig-diffus. Man kann sich bildlich vorstellen, wie sich hier das Leben vor langer Zeit abgespielt hat. Dieses Gefühl überkam wohl auch unsere Kinder, denn sie konnten gar nicht genug bekommen von der Höhlen und erzählten uns lebhaft, wie es hier wohl zugegangen sein könnte.

Mama und Papa? Gibts jetzt hier immer noch Bären? Nein, die sind nicht mehr hier… Doch! Ich glaub da hinten in der Felsspalte, hab ich gerade einen gesehen…

Unsere Kinder, zwischen 12 und 5 Jahren, hatten zusammen Spass! Jeder der mehrere Kinder mit grossem Altersunterschied hat, weiss wovon ich spreche. Das ist nicht selbstverständlich und braucht besondere Recherche und Organisation!

Nachdem wir also die Wildkirchlihöhlen ausgiebig erkundet hatten, ging es weiter. Vorbei an der Höhlenkapelle, in der im Sommer monatlich Bergpredigten abgehalten werden, entlang an der Felswand vorbei über eine hölzerne Galerie – die bei nassem Wetter abenteuerlich, aber nicht gefährlich ist – direkt zum Berggasthaus Äscher, der direkt an die nackte Felswand gebaut ist und einer der ältesten Gasthöfe der Schweiz ist.

Wer mit Kindern unterwegs ist, der weiss: Spätestens nach 1o Minuten Fussmarsch haben sie Hunger! Da wir ja schon seit mindestens 30 Minuten unterwegs waren, wurde es nun auf jedem Fall Zeit für eine Stärkung und die bekommt man im Gasthaus Äscher, in Form von Appenzeller Spezialitäten. Wir sind alle Rösti-Fans – deshalb war klar, was auf den Tisch kommt. Während des Wartens auf unseren „Rösti Snack“ stellten die Kinder mit Staunen fest, dass der Gasthof an die Felswand angeklebt ist. Ich weiss auch nicht, wie das bautechnisch geht – aber es sieht unglaublich aus und fühlt sich auch so an! Denn: Irgendwie schwebt man doch so ein wenig in der Luft…

Gasthaus Äscher - Wildkirchli. Foto: Peter Böhi.
Gasthaus Äscher – Wildkirchli. Foto: Peter Böhi.

Naja, auf jedem Fall wanderten wir nach unserer Stärkung zurück zur Ebenalp und hatten einen echt spannenden Nachmittag. Unsere Kinder schwärmen noch heute von dieser Wanderung, die spannend, eindrücklich, sehenswert und kulinarisch einfach „grosses Kino“ ist.

Wer mehr Infos zu den Wildkirchlihöhlen, dem Wildkirchli und der Ebenalb sucht, kann auf die Seite www.ebenalp.ch gehen. Dort findet ihr auch alles zu Flora, Fauna, geführte Wandertouren und Infos zum Appenzellerland.

/ Antje Brechlin

Janina`s Skiferien Tip: Skiferien mit Kleinkind? Skiferien mit Kleinkind!

Jahrelange Erfahrung in Sachen „Skiferien mit Kleinkind“ bewegen mich dazu, euch meine Erfahrungen, Tipps und Erlebnisse davon zu berichten – soeben sind wir nämlich von den Skiferien zurückgekehrt. Die Kinder sind und waren immer zwischen 10 Monaten und knapp zwei Jahre alt während den Ferien – hab ich grad bemerkt.

Das Event „Skiferien“ kann man entweder sportlich locker sehen oder zuhause bleiben – man kann die Kleinen ja unmöglich ganztags auf den Rücken binden und die Pisten runter rasen wie in Jugendzeiten.

Hier ein paar Anekdoten, mögliche Tipps und Tricks für „trotzdem tolle & erholsame Skiferien“ – Statisten sind: Mami, Papi, Kinder.

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Grundausrüstung:
Schlitten mit Sitz und warmem Sitzsack plus Lammfell
Tragehilfe oder Tragetuch
Kinderwagen
Rucksack – eventuell mit Schlitten, wie auf dem Foto
etwas zum Lesen für die Eltern

Musik auf dem Iphone

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Papi fährt Ski mit allen, die schon auf Skis stehen können.

Mami spaziert, schlendert oder gibt Gas beim Spazieren (sportlich fitter Aspekt) mit dem Kleinsten – entweder nimmt sie gemütlich die Sesselbahn und trifft sich mit allen anderen zum Mittagessen oder sie läuft die 2,3 Kilometer hoch und hat ein tolles Workout gemacht.

Andere Geschwister mögen das „beim Fahren zuschauen“ und sind unheimlich stolz, die neuesten Fahrkünste zu präsentieren.

Nach dem Lunch sind die meisten Kids primär erstmals pausenbedürftig und es bietet sich an, etwas an die Sonne zu liegen, ein Pfüüsi zu machen oder nach dem strengen Skifahren mit Papi ein gemütliches Nachmittagsprogramm durchzuführen.

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Nun was macht Mama in dieser Zeit?
– lauschiges Plätzli suchen an der Sonne und entspannen (wenn man immer vier Kids um sich hat, ist das Erholung pur)
– ein Buch lesen und Musik hören
– wenn das Kleine am Rücken schläft, spazieren gehen (es gibt sicher überall einen Wander- oder Schlittelweg) oder sich eine Après-Skibar suchen, an der sicherlich gute Musik läuft und es ein  (selbstverständlich alkoholfreies) Sprudelgetränk gibt…
(-es gibt auch noch das Handy, Tablet oder sonst was um die Zeit zu vertreiben)

Oft schlafen Kinder während Ferienzeiten weniger lange – das darf man nicht so eng sehen und vorallem nicht vor den Ferien denken, dass während den Ferien alles so laufen muss wie Zuhause. Man muss vermutlich einfach mit der lockerflockigen Einstellung in die Ferien gehen, dass es gaaaaaaaanz anders wird wie Daheim…

Sollten Mami sich nichtsdestotrotz für den wohltuenden Mittagsschlaf im Hotel entscheiden – sucht euch ein Hotel mit Nachmittagsprogramm für euch (Yoga, Massagemöglichkeiten, Kinderhütedienst, Spa, etc…)

Bei ganz schlechtem Wetter könnte man auch einfach im Hotel bleiben oder man shoppt im nächst grösseren Ort – das tut auch gut.

Bevor ich euch in die Skiferien lasse: natürlich gibt es die Option umgekehrt: Mami fährt Ski und Papi schaut zum Kleinsten.

Für uns war diese Methode heuer kein Thema. Papa wünschte sich für einmal viel Zeit mit den Kids und ich erholte mich prächtig nebenbei.

Also: Helm auf und Ski Heil !!!!

maitli/ Janina Wolf

Unbeschwerte und lehrreiche Ferientage mit Ihrem Baby im rocksresort in LAAX

Vom 25. bis 29. Januar 2016 findet bei uns im rocksresort, direkt an der LAAX Talstation, bereits zum dritten Mal die Babywochen statt. Höchste Zeit, Ihnen unser Programm näher zu bringen. Als vierfache Mutter und Betreuerin im Kinderhort des rockresort liegen mir die Babywochen besonders am Herzen. Während einer ganzen Woche können Mütter, Väter oder sogar Grosseltern mit ihren Kleinen im Alter von 0 – 24 Monaten an einem auf ihre Bedürfnisse zugeschrittenen Programm teilnehmen und gemeinsam Neues lernen.

Spass und Aktion mit Ihrem Baby

Morgens findet jeweils die Wassergewöhnung mit Amanda Cavelti statt. Der Kurs ist für Babys im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahre konzipiert. Beim Spielen und Bewegen im Wasser wird das Interesse am nassen Element geweckt.

Wassergewöhnung im signinawellness - auf spielrische Art lernen die Kleinen das Element Wasser näher kennen.
Wassergewöhnung im signinawellness – auf spielrische Art lernen die Kleinen das Element Wasser näher kennen.

Spannende und abwechslungsreiche Programmblöcke am Nachmittag

Mit „fitdankbaby“ zeigen wir Müttern, wie sie fit bleiben und zugleich die Entwicklung ihres Babys fördern. Das Gewicht des Babys wird z.B. für Kraftübungen genutzt, während das Baby die stetige Bewegung und die Nähe zu seiner Mutter geniesst. Auch basteln steht auf dem Programm.

Am Mittwoch darf ich selbst ein Babycoaching abhalten. Kaum wird verkündet, dass man Eltern wird, beginnt die Informationsflut. Da ist es oft schwierig herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Mit diesem Coaching möchte ich Licht ins Dunkle bringen, Denkanstösse geben und Diskussionen anregen.

Ausserdem leite ich auch den Kurs zur Baby Zeichensprache. Wir lernen die „richtigen“ Zeichen aus der deutschen Zeichensprache, um mit unseren Babys besser zu kommunizieren. Oft verstehen wir nicht was „dada“ bedeuten soll, oder wieso das Baby schon wieder weint. Die Kleinkinder bemühen sich verstanden zu werden, aber für uns ist es schwer es richtig zu interpretieren. Mit meinem ersten Kind hatte ich dieses Problem auch, bis ich auf die Zeichensprache gestossen bin und diese innerhalb weniger Wochen meinem Baby beigebracht habe. Kleinkinder verstehen bevor sie sprechen. Wenn sich die Babys dank der Zeichensprache zu verstehen geben können, wird der Alltag einfacher und ruhiger. Die Kleinen sind zufrieden, wenn die Erwachsenen sie verstehen und weinen viel seltener.

Meine 19 Monate alte Tochter Emma und ich. Dank der Zeichensprache für Babys können wir uns verständigen - auch wenn sie erst wenige Wörte kann.
Meine 19 Monate alte Tochter Emma und ich. Dank der Zeichensprache für Babys können wir uns verständigen – auch wenn sie erst wenige Wörte kann.

Zeit für Entspannung

In unserem Programm bieten wir Zumba und einen Wellnessnachmittag nur für die Eltern. Ab und zu brauchen auch sie eine kleine Auszeit, um neue Energie zu tanken. Währenddessen kümmere ich mich mit meinem Team um die Kleinen. Übrigens, im rocksresort bieten wir sieben Tage in der Woche eine Kinderbetreuung von 9.30 bis 21.00 Uhr.

Im Kinderhort des rockresort bin ich voll in meinem Element. Basteln mit den Kindern bereitet mir unheimlich Freude.
Im Kinderhort des rocksresort bin ich voll in meinem Element. Basteln mit den Kindern bereitet mir unheimlich Freude.

rocksresort – Ihr zu Hause für eine Woche

Das rocksresort ist der ideale Augsgangspunkt für erholsame Ferien. Direkt an der LAAX Talstation gelegen bieten die 4-, 6- und 8-Bett Appartements Zugang zu 235 Pistenkilometer und einer atemberaubenden Bergwelt. Als Gründungsmitglied von Premium Swiss Family Hotels stehen bei uns unbeschwerte Familienferien besonders im Zentrum. Ihren Kindern bieten wir täglich ein spannendes Programm sowie verschiedene Indoor- und Outdooraktivitäten. Auch die Eltern sollen nicht zu kurz kommen. Wellness, Sport und eine vielfältige Gastronomie gehören zu unserem Angebot dazu.

Ich würde mich sehr über ihre Reservation für die Babywochen freuen oder Sie zu einem anderen Zeitpunkt im rockresort willkommen zu heissen.

Ihre Sonia Lombriser

Detaillierte Informationen zum Programm der Babywochen: www.rocksresort.com/babywochen

Mehr erfahren über das rockresort:
www.rocksresort.com / Reservation: +41 81 927 97 97 oder reservation@rocksresort.com

 

Yoga Heim Praxis als Vollzeit Mami

Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit zu entdecken, dass Yoga nicht, wie ich immer dachte, langweilig und nur für ältere Menschen, sondern physisch und mental herausfordernd und auf allen Ebenen bereichernd ist. Dieser Weg hat mich schlussendlich zur Yoga-Lehrer-Ausbildung geführt. Seither kann ich mir ein Leben ohne meine Praxis nicht mehr vorstellen.

Es haltet mich nicht nur körperlich fit, sondern hilft mir auch, mich zu beruhigen, entspannen und erlaubt mir mein Ich und meinen eigenen Körper jeden Tag bewusster zu erleben. Es hilft mir, sorgsamer auf meinen Körper zu hören und gelassener mit den Dingen des Alltags umzugehen.

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Nach einem Autounfall, wie auch dem vielen Sitzen im Studium, hatte ich Probleme mit meinem Rücken und ständig Rücken- und/oder Ischiasschmerzen. Seit ich aber regelmäßig Yoga praktiziere, ist kein Tag vergangen, an dem ich diese Schmerzen jemals wieder gespürt habe.

Als Hebamme weiss ich, dass viele Frauen durch das Dehnen der Bänder, den Hormonen, dem Gewicht des Kindes (entweder im Bauch oder nach der Geburt beim Stillen oder einfach nur vom Herumtragen des Babys) oder sogar nach einer schweren Geburt, Probleme mit dem Rücken haben. Leider wird die Wichtigkeit der Rückbildung mit Gymnastik (das kann Pilates, ein Rückbildungskurs, Heimübungen oder Yoga sein) nicht genügend in den Vordergrund gestellt und berücksichtigt. 6-8 Wochen nach der Geburt kann mit sanften Übungen begonnen werden. Zu einer normalen Yogastunde wird jedoch erst 4 Monate nach der Geburt empfohlen, wegen der extremen Belastung auf Beckenboden und Bauchmuskulatur, die langsam und einfühlsam wieder aufgebaut werden muss, damit keine Schäden entstehen. Ich habe zwar nicht geboren, bin aber über Nacht Vollzeit-Stiefmami von 2 Jungs geworden. Die Jungs sind 4 und 6 Jahre alt und voller Energie. Vorallem wenn sie zusammen sind, ist es fast unmöglich, die Augen von ihnen zu lassen, ohne dass einer der zwei weint oder sich verletzt. Jungs halt :)
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Über die letzten 8 Monate habe ich versucht zu lernen, wie ich meine Praxis in den Alltag eines Full Time Mamis einbauen kann, ohne egoistisch zu sein und die Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen, jedoch mich selber nicht ganz zu vergessen.
Tönt ganz simpel und einfach, es hat sich jedoch alles andere als das erwiesen!


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Nun, was macht eine Full-Time-stay-at-home – Yoga Mami, die ihre Heimpraxis nicht nur geniesst, sonder auch braucht?
Gerne möchte ich euch mitteilen, zu welchen Schlüssen ich gekommen bin und was mir geholfen hat, wieder in eine Yoga Heimpraxis Routine zu kommen. Vielleicht hilft das der einen oder anderen frisch gebackenen Yoga Mami schneller wieder auf die Yoga Beine zu kommen:


1. Sich Zeit nehmen für die Praxis: Das klingt sehr einfach und selbstverständlich, es ist jedoch der häufigste Grund und der wichtigste Punkt für eine Heimpraxis. Vorallem ist dies schwer, wenn man nicht mehr in der gewohnten Routine ist. Wenn dir deine Praxis wichtig ist, lege Wert darauf, dir Zeit zu nehmen. Was mir geholfen hat, ist entweder früher als die Kinder und meinen Mann aufzustehen (wenn ich nicht zu erschöpft bin, was viel vorkommt mit so einem voll gepackten Tag mit 2 Jungs!), oder die Zeit vor dem Nachtessen zu nehmen, wenn jemand anders Zuhause ist und mit den Kindern spielen kann, wenn die Kinder einen Nachmittagsschlaf halten oder nachdem sie im Bett sind (dieser Punkt ist am wenigsten zutreffend für mich, da ich diese Zeit gerne mit meinem Mann verbringen möchte). Sei dir bewusst, dass 15 Minuten besser sind als gar nichts. Ich kann dir versprechen, dass du überrascht sein wirst, was du alles erreichen und machen kannst, wenn du dich zu deiner Yoga Zeit verpflichtest.


2. Keine Entschuldigungen: Ich habe viele Entschuldigungen von Freundinnen, die Yoginis und schwanger und/oder Mamis sind gehört, weshalb sie nicht praktizieren können. Bevor ich selber Stiefmami geworden bin, habe ich mir versprochen, dass ich nie so sein werde und habe nicht wirklich verstanden, weshalb das passiert. Jetzt sehe ich die ganze Sache ganz anders. Ich habe immenses Einfühlungsvermögen jeder Frau gegenüber und respektiere ihren Weg. Yoga Praxis hin oder her. Was ich jedoch für mich selber herausgefunden habe, ist, dass ich viel früher wieder mit meiner Praxis hätte anfangen können, ich war einfach noch nicht bereit dafür und ich war so überwältigt mit meiner neuen Aufgabe als Mami, dass ich keine Energie hatte, einen Weg zu finden. Jetzt weiss ich, dass ich mir selber keine Entschuldigung machen darf, weshalb ich nicht praktizieren sollte. Sei es mangelnde Energie oder was auch immer. Wir haben alle Tage, an denen wir eine Pause machen müssen oder dürfen. Sei es wegen eines vollgepackten Tages oder was auch immer. Es gibt Menschen im Leben, die an erster Stelle kommen, vor uns selbst. Ein Beispiel dafür sind unsere Kinder, das ist genau so eine Entschuldigung, welche viele Mamis haben. Ich habe gelernt, dass es nicht fair ist, die Menschen, die uns wichtig sind, als Grund zu nehmen. Ich meine, schlussendlich haben die Kinder und der Ehemann genau so viel von der eigenen Praxis wie du selbst, da du ihnen nicht nur einen gesunden Lebensstil, sondern auch die Wichtigkeit des eigenen Wohlbefinden vorlebst.


3. Die Kinder in die Praxis involvieren: Vorallem mein jüngster Stiefsohn ist zutiefst an allem interessiert, was ich oder sein Papa macht. Als ich angefangen habe, mir die Zeit für meine Praxis zu nehmen und mir dann einen Yoga Raum gestaltet habe, wo ich die Türe schliessen kann und in meine kleine Welt eintauchen darf, ist das Interesse gewachsen, zu sehen, was Britt denn auch mit diesem Yoga Zeug macht. Ich habe angefangen, ihm einige Sachen zu demonstrieren und ihn einige Übungen gelehrt. Es macht ihm so viel Spass und er wollte nach einer Weile sogar selber die Yoga Lehrer Stelle übernehmen. Jetzt fragt er mich immer wieder, ob wir bitte zusammen Yoga machen können. Nicht nur macht es ihm selber Spass, er versteht und berücksichtigt seither, wenn ich mich für einige Minuten oder eine halbe Stunde/Stunde (wenn sie artig sind und es mir erlauben!) zum Yoga entschuldige. Er hilft mir meinen Altar zu gestalten und die Kerze anzuzünden oder wieder zu löschen. Er hat unter anderem gelernt, wie man mit Yoga mit Wut oder Traurigkeit umgehen kann. Er hat mich letzte Woche gefragt, was er machen kann, damit er nicht mehr so wütend sein muss, er konnte die Wut einfach nicht abbauen. Ich habe ihn dann gelehrt, wie man Atmen und einfach Om Om Om Om Om singen kann. Er hat sich nach 5 Minuten besser gefühlt und macht das seither jedes Mal, wenn er wütend ist. Super süss.. und was für ein wertvolles Geschenk, in einem so jungen Alter schon so etwas Wichtiges zu lernen. Ich bin so stolz auf ihn und seinen Bruder, aber auch auf mich selber, dass Yoga wieder einen Platz in meinem meist stressigen Alltag gefunden hat.

Namaste!!!

/ Britta York Frischknecht