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Samichlaus du nette Maa, wieso bisch du denn hüt scho da?

Am Dienstag ist Samichlaus. Und so stehe ich dieses Jahr zum ersten Mal vor der Entscheidung, vor der auch meine Mutter schon stand. Soll ich meiner Tochter diesen Brauch mit auf den Weg geben oder nicht? Eigentlich gibt es – wohnt man in der Deutschschweiz – kein Entrinnen. Und eigentlich gibt es auch keine Argumente, die dagegen sprechen. Eigentlich.

Denn eigentlich stamme ich eben nicht aus der Deutschschweiz. Bei uns Zuhause in der Westschweiz ist es eben so, dass der Père Noël am Heiligen Abend die Geschenke bringt. Er und der Samichlaus haben ihren Ursprung in der gleichen Legende– nämlich in der Geschichte des heiligen Niklaus. Nikolaus von Myra war ein Bischof im 4. Jahrhundert, um den sich zahlreiche Legenden ranken. Bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts brachte der Nikolaus, ihm zu Ehren, die Geschenke, und zwar am Vorabend des 6. Dezembers. Dieser Bescherungstag wurde erst im Laufe der Reformation in vielen Ländern auf das eigentliche Weihnachten verlegt: In Ablehnung der Heiligenverehrung bestanden die Protestanten darauf, nicht am Todestag des heiligen Nikolaus, sondern nur am Heiligen Abend Geschenke zu verteilen. Damit auch evangelische Kinder am heiligen Fest nicht mit leeren Händen dastanden, erfand Martin Luther den heiligen Christ als Geschenküberbringer, heute auch unter Christkind bekannt.

Vom Christkind hat man mir nie erzählt. Bei uns Zuhause kam am 24. Dezember der Père Noël. So war es und so wird es immer sein. Als ich dann aber im Kindergarten zum ersten Mal am 6. Dezember diesen elenden Samichlaus zu Gesicht bekam, ja dann war aber fertig lustig. Ich rannte unter Tränen und völlig aufgelöst nach Hause. Ich war nicht mehr zu bremsen. Schluchzend kam ich da an und meine Mutter hatte einen gehörigen Schock. Als ich mich dann endlich soweit beruhigt hatte, dass ich ihre Fragen nach dem Grund meines fürchterlichen Weinens beantworten konnte, verstand ich gar nicht, warum meine Mutter denn nun lachte. Ich hatte ihr doch bloss erklärt, dass der Père Noël sich ganz fürchterlich geirrt haben müsse und nun schon viel zu früh hier aufgetaucht sei. Und dass dies eine Katastrophe sei, denn er könne ja dann an Weihnachten nicht mehr kommen, weil er ja jetzt schon da gewesen war. Und so würde ich doch keine Geschenke bekommen, denn er hatte auch gar keine dabei. Bloss Mandarinen und Grittibänze. Das sei doch aber gar nicht das gewesen, was ich mir gewünscht hätte und sowieso, unser Weihnachtsbaum sei noch nicht da und Papa bei der Arbeit, und, und, und. Das war – ganz ernsthaft – einer der schlimmsten Tage meiner Kindheit.

Dass der Vater meiner Tochter Holländer ist und in den Niederlanden der Sinterklaas – der am 5. Dezember mit dem Schiff aus Spanien angereist in Holland ankommt, um Geschenke zu verteilen – extrem wichtig ist, macht die Sache nicht einfacher.

Wie also werden wir vorgehen. Ich weiss es ernsthaft noch nicht. Wir werden sicherlich den Samichlaus einführen. Aber ich will auch, dass der Père Noël kommt. Vielleicht sind die beiden einfach Cousins? Oder gute Freunde? Und kommen beide?

Wir werden sehen.

Bis dahin gibt es bei uns erstmal ein tolles Gewinnspiel passend zum Thema. Einfach auf unserer Facebook-Seite vorbeischauen.

 

 

 

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